The Dance of Life (Trekel Musikverlag, Bestellnr. T 566)

 

 

Das Stück entstand 1996 als Auftragskomposition für das Gitarrenensemble Rheine. Als Vorlage diente das gleichnamige Gemälde des expressionistischen Malers Edvard Munch, auf dem er seine zwiespältige Beziehung zu seiner Lebensgefährtin Tula Larson darstellt. Sie ist im Bildvordergrund gleich dreimal zu sehen, jeweils mit unterschiedlichem Ausdruck und mal in rotem, mal in weißem, mal in schwarzem Kleid.

Auch Wüller wählt in seiner musikalischen Umsetzung kontrastreiche Ausdrucksformen. So beginnt die Komposition in einer sphärisch-rhythmischen Klangwelt, entwickelt sich dann aber über Ganz- und Halbtonreihen hin zu einer fast schon naiv anmutenden Tonalität, die nach 38 Takten im gänzlich tonalen, liedhaften Hauptthema gipfelt. Doch schon im dritten Takt des Hauptthemas wird die rhythmische und harmonische Eintracht gestört und es macht sich das für das Gemälde von E. Munch wie für dieses Stück charakteristische Gefühl der inneren Unruhe breit. Im weiteren Verlauf des Stückes spitzt sich diese einengende Stimmung in stets dramatischeren Zügen zu und endet schließlich im Verlust aller vermeintlichen Haltepunkte. Rhythmus, Melodie und Tanzcharakter sind verloren und über dem unheilvollen und unbeweglichen Ton der auf "D" gestimmten Saite der Bassgitarre, ist jede Bewegung erstarrt und der Lebenszyklus beendet.

 

Das Stück verlangt eine Besetzung  mit mindestens 11 Spielern: Vier Konzertgitarrenstimmen (jeweils gedoppelt), eine Bassgitarre und zwei Oktavgitarren.