Besetzung:
Gitarrenenorchester
und
Sologitarre
- Gitarre 1,2,3,4
- Sologitarre
- Kontrabaßgitarre
Galileo (Trekel Musikverlag, Bestellnr. T 5009)


Eine Komposition für Gitarrenorchester und Sologitarre. Sie trägt den Untertitel "Und sie bewegt sich doch". Man mag fragen, warum als Soloinstrument ausgerechnet die Gitarre gewählt wurde, wo doch das Orchester ohnehin nur aus Gitarren besteht und ein Komponist in der Regel ein Soloinstrumet wählt, daß sich im Klang vom Orchester stark absetzt. Die Antwort liegt im Thema des Werkes: Der Solist verkörpert einen Individualisten innerhalb der großen Masse, der an etablierten Weltanschauungen rüttelt und diese kritisch betrachtet, um daraufhin eigene Ideen zu entwickeln. Ähnlich wie der Wissenschaftler Galileo stößt er dabei auf heftigen Widerstand und das Ensemble, als Symbol für die traditionsbewußte, konservative Menge, versucht ihn immer wieder in die Schranken zu weisen. Es entsteht also ein Dialog, oder vielmehr ein Streit, zwischen dem Solisten und dem Ensemble. Das Ensemble "beruft" sich dabei immer wieder auf die traditionellen, tonalen Regeln der Musiklehre wohingegen der Solist mehr und mehr eine eigene Musikauffassung entwickelt, die zunehmend die Grenzen und damit die Einschränkungen der Tonalität überschreitet. Er schafft damit Unruhe und Empörung im Ensemble, welches letztlich aber sein Unrecht einsehen muss. Erst in den letzten vier Noten des Werkes finden Solist und Ensemble zusammen und bilden eine Schlußpointe: Ein Blues-Zitat.